Galapagos-Archipel
"Die Naturgeschichte dieser Inseln ist außerordentlich bemerkenswert."
(Charles Darwin)
Als ich zu schreiben begann, stellte ich fest, dass dieser Blogbeitrag zu den Galápagos-Inseln doch sehr viel länger wird, als ich anfangs vermutete. Das liegt schlichtweg daran, dass es hier auf diesem Archipel so viel zu entdecken gibt und so viel erwähnenswert ist. Daher - um die Übersicht zu wahren - habe ich den Beitrag streng nach Inseln getrennt. So kann man durch Anklicken auf die jeweiligen Inselnamen direkt zu der gewünschten Insel springen. Ganz unten befinden sich wie gewohnt Informationen zu Aktivitäten, d.h. in diesem Fall buchbaren Touren, die auf Galápagos unverzichtbar sind. Die Unterkünfte-Verlinkung befindet sich zu der jeweiligen Insel immer direkt nach der Beschreibung der touristischen Highlights.




Mit den obigen Worten beschrieb Charles Darwin seine Eindrücke von den Galápagos-Inseln während der Reise der HMS Beagle im Jahr 1835. Die Beobachtungen der einzigartigen Tierwelt, insbesondere der Finken und Riesenschildkröten, lieferten ihm entscheidende Anregungen für seine später entwickelte Evolutionstheorie. Bis heute gelten die Galápagos-Inseln als eines der bedeutendsten Naturparadiese der Erde und als lebendiges Freiluftlabor der Evolution.
Rund 1.000 Kilometer westlich der ecuadorianischen Küste erhebt sich der Galápagos-Archipel aus dem Pazifik. Die Inselgruppe besteht aus 13 großen, mehreren kleineren und zahlreichen Felseninseln vulkanischen Ursprungs. Sie entstand über einem sogenannten Hotspot, an dem seit Millionen von Jahren Magma aus dem Erdinneren aufsteigt und nach und nach neue Inseln bildet. Während die westlichen Inseln geologisch noch sehr jung und teilweise vulkanisch aktiv sind, sind die östlichen Inseln deutlich älter und stärker von Erosion geprägt.

Etwa 97 Prozent der Landfläche gehören zum Galápagos-Nationalpark, der bereits 1959 gegründet wurde und gemeinsam mit dem umliegenden Meeresschutzgebiet zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Die außergewöhnliche Isolation des Archipels führte dazu, dass sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entwickelten, die ausschließlich hier vorkommen. Riesenschildkröten, Meerechsen, Blaufußtölpel, Galápagos-Pinguine oder Seelöwen begegnen Besuchern oft aus nächster Nähe, da viele Tiere kaum Scheu vor Menschen zeigen. Gleichzeitig unterliegt der Tourismus strengen Regeln, um dieses empfindliche Ökosystem dauerhaft zu schützen.
Für die Einreise auf die Galápagos-Inseln fallen zusätzlich zu den Flugkosten einige verpflichtende Gebühren an. Internationale Besucher zahlen derzeit 200 US-Dollar Eintritt für den Galápagos-Nationalpark (Kinder unter 12 Jahren: 100 US-Dollar). Hinzu kommt die Transit Control Card (TCT), die für alle Besucher vorgeschrieben ist und 20 US-Dollar kostet. Außerdem erfolgen vor dem Abflug vom ecuadorianischen Festland verpflichtende Biosicherheitskontrollen, um das Einschleppen fremder Tier- und Pflanzenarten zu verhindern. Diese Maßnahmen tragen entscheidend dazu bei, die einzigartige Natur der Galápagos-Inseln für kommende Generationen zu bewahren.
Anreise
nach Santra Cruz/ Baltra
nach San Cristóbal
Isla San Cristóbal
Unsere Reise durch den Galápagos-Archipel begann auf San Cristóbal - und rückblickend hätten wir uns keinen besseren Einstieg wünschen können. Reisende haben aber die Wahl zwischen Santa Cruz oder San Cristóbal. Beide Destinationen werden von Quito bzw. Guayaquil aus angeflogen. Die Insel San Cristóbal empfing uns mit einer wohltuenden Ruhe, die sofort den Takt vorgab. Anders als viele Reiseziele, die mit Attraktionen und Menschenmengen um Aufmerksamkeit buhlen, wirkt San Cristóbal entschleunigt und authentisch. Das kleine Hauptstädtchen Puerto Baquerizo Moreno ist überschaubar, fast schon verschlafen, dabei aber ausgesprochen sympathisch. Genau diese Gelassenheit machte den Beginn unserer allerersten Galápagos-Reise so besonders.
Schon bei den ersten Schritten entlang der gepflegten Uferpromenade wurde deutlich, wer hier die eigentlichen Bewohner sind: Galápagos-Seelöwen. Sie liegen auf den Bänken, schlafen unter Sitzgelegenheiten, sonnen sich am Strand oder tummeln sich im Wasser. Auf keiner anderen Insel des Archipels begegneten wir ihnen so häufig wie auf San Cristóbal. Es war jedes Mal aufs Neue faszinierend und zugleich unglaublich niedlich, den Tieren beim Spielen oder Dösen zuzusehen – selbstverständlich immer mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand.
Nur wenige Gehminuten vom Ortszentrum entfernt liegt mit dem Playa Mann bereits einer der schönsten Stadtstrände der Galápagos-Inseln. Hier teilen sich Menschen und Seelöwen den Strand auf beeindruckend harmonische Weise. Direkt dahinter beginnt das kleine Naturschutzgebiet Cerro Tijeretas, das sich hervorragend auf eigene Faust erkunden lässt. Ein hübscher Holzsteg führt zunächst durch die Küstenvegetation, bevor ein befestigter Weg zu mehreren Aussichtspunkten weiterführt. Unterwegs passiert man das Centro de Interpretación, das einen guten Überblick über die Entstehungsgeschichte, Natur und den Schutz der Galápagos-Inseln vermittelt. Außerdem erinnern eine Statue von Charles Darwin und ein altes Marinegeschütz aus dem Zweiten Weltkrieg an die bewegte Geschichte der Insel. Besonders lohnend sind jedoch die Naturerlebnisse: Am Playa Carola und vor allem in der kleinen Schnorchelbucht mit Holzsteg erwartete uns eine der schönsten Schnorchelerlebnisse unserer gesamten Reise. Das meist ruhige Wasser eignet sich hervorragend für Einsteiger. Bereits wenige Meter vom Einstieg entfernt begegneten wir Seelöwen, Meeresschildkröten, Meerechsen, zahlreichen tropischen Fischen und verschiedenen Krebsarten. Die Sicht unter Wasser war hervorragend und machte diesen Ort zu einem echten Geheimtipp.
Auch auf der anderen Seite von Puerto Baquerizo Moreno wartet mit La Lobería ein weiterer wunderschöner Strand. Er lässt sich zwar zu Fuß erreichen, der längere Weg entlang der Straße ist jedoch wenig abwechslungsreich. Deutlich angenehmer ist die Anfahrt mit einem geliehenen Fahrrad oder einer der überall verfügbaren Camioneta-Taxis. Der Strand selbst entschädigt jedoch sofort für den Weg. Wieder begegnet man zahlreichen Seelöwen, die hier ganz selbstverständlich zwischen den Badenden liegen oder durchs Wasser gleiten. Wer anschließend noch etwas weiter möchte, kann einem zunächst gut ausgebauten, später allerdings nur noch über scharfkantiges Lavagestein führenden Pfad folgen. Am Ende wartet ein Aussichtspunkt, an dem wir mit etwas Glück Blaufußtölpel beobachten konnten. Besonders zum Sonnenuntergang entwickelt dieser Küstenabschnitt eine wunderschöne Stimmung.
Ein weiterer Höhepunkt auf San Cristóbal lässt sich problemlos individuell organisieren. Mit einer gemieteten Camioneta oder einem Fahrrad erreicht man den abgelegenen Puerto Chino, einen traumhaften, weitläufigen Sandstrand, der deutlich weniger besucht wird als die Strände rund um Puerto Baquerizo Moreno. Das Wasser leuchtet türkis, die Kulisse wirkt beinahe unberührt und auch hier begegnet man wieder den allgegenwärtigen Seelöwen. Schon die Anfahrt ist abwechslungsreich. Unterwegs passiert man zunächst den Kratersee El Junco, den einzigen permanenten Süßwassersee der Galápagos-Inseln. Leider hatten wir hier weniger Glück: Dichter Nebel verhüllte den gesamten Krater, sodass wir von der Landschaft kaum etwas erkennen konnten. Bei klarer Sicht bieten sich sowohl Wanderungen zum Krater als auch rund um den Kraterrand an.
Nur wenig später erreichten wir die La Galapaguera, eines der schönsten Schutzprojekte für Galápagos-Riesenschildkröten. Rund 50 der beeindruckenden Tiere leben hier in einem weitläufigen natürlichen Gelände und lassen sich auf einem kurzen Rundweg hervorragend beobachten. Besonders spannend fanden wir die angeschlossene Aufzuchtstation, in der Jungtiere verschiedener Altersstufen heranwachsen. Ziel des Projekts ist es, die Schildkröten später in einem geschützten Gebiet im Norden der Insel auszuwildern, das für Besucher nicht zugänglich ist. Ein kleines Museum erklärt die erfolgreiche Naturschutzarbeit und vermittelt eindrucksvoll, welchen Stellenwert der Erhalt dieser einzigartigen Tiere besitzt.
Wer die Strecke nach Puerto Chino individuell plant, sollte den Transport allerdings gut organisieren. Besonders praktisch fanden wir die Kombination aus Camioneta und Fahrrad: Zunächst bringt einen das Taxi mitsamt Fahrrädern hinauf bis zum El Junco. Von dort rollt man überwiegend bergab bis zum Strand. Für den Rückweg sollte man allerdings nicht darauf vertrauen, am Strand spontan ein Taxi zu finden. Dort gibt es keinen Mobilfunkempfang, und wartende Fahrzeuge sind keineswegs garantiert. Alternativ bleibt nur der äußerst kräftezehrende Anstieg zurück zum El Junco mit dem Fahrrad.
Neben den individuellen Ausflügen werden auf San Cristóbal zahlreiche Bootstouren angeboten. Eine häufig beworbene Tour führt zur kleinen Isla Lobos, wo man mit Guide spazieren gehen und schnorcheln kann. Nach unserer Einschätzung standen die dafür verlangten Preise jedoch in keinem angemessenen Verhältnis zum Erlebnis, weshalb wir uns dagegen entschieden.
Stattdessen entschieden wir uns für die berühmte 360°-Tour, die einmal komplett um San Cristóbal führt und sich im Nachhinein als eines der absoluten Highlights unserer gesamten Galápagos-Reise erwies. Nach etwas Verhandlung zahlten wir rund 160 US-Dollar pro Person – angesichts der Erlebnisse ein fairer Preis. Drei verschiedene Schnorchelplätze, Verpflegung und die komplette Ausrüstung waren bereits enthalten.
Der erste Stopp war der spektakuläre Kicker Rock. Die beiden mächtigen Felsnadeln ragen eindrucksvoll aus dem Meer und zählen zu den bekanntesten Wahrzeichen des Archipels. Unter Wasser erwartete uns eine fantastische Sicht mit steil abfallenden, farbenreich bewachsenen Felswänden. Zwischen unzähligen Fischen entdeckten wir eine Meeresschildkröte und hatten sogar das große Glück, einen Hammerhai beobachten zu können – ein Moment, den wir so schnell nicht vergessen werden. Je nach Jahreszeit, kann man ganze Schulen von Hammerhaien aus nächster Nähe erschnorcheln.
Anschließend brachte uns das Boot zu einer geschützten Bucht, in der sich Meeresschildkröten bis unmittelbar ans Ufer wagen. Noch nie zuvor konnten wir diese faszinierenden Tiere aus so kurzer Distanz beobachten. Das kristallklare Wasser machte auch diesen Schnorchelgang zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.
Der letzte Schnorchelplatz war nach einer kleinen Nasslandung und einer kurzen Wanderung über schwarzes Lavagestein erreichbar. In der geschützten Bucht begegneten wir zahlreichen Weißspitzen-Riffhaien, mehreren Meeresschildkröten und sogar einem Rochen. Zwar war die Sicht über den sandigen Untergrund stellenweise etwas eingeschränkt, entlang der Felsen wurde das Wasser jedoch wieder glasklar und eröffnete faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt.
San Cristóbal ist für uns weit mehr als nur der Ausgangspunkt einer Galápagos-Reise. Die entspannte Atmosphäre, die allgegenwärtigen Seelöwen, wunderschöne Strände, leicht zugängliche Schnorchelplätze und abwechslungsreiche Ausflüge machten die Insel zu einem perfekten Ort, um in diese einzigartige Inselwelt einzutauchen. Gerade wer Natur möglichst intensiv erleben möchte, wird auf San Cristóbal bereits vom ersten Tag an verstehen, warum Charles Darwin diese Inselgruppe als außergewöhnlich bezeichnete.
Unterkünfte
Isla Santa Cruz
Nach der ruhigen und entschleunigten Atmosphäre auf San Cristóbal wirkte Santa Cruz auf uns zunächst fast wie eine andere Welt. Nachdem wir auf dem Flughafen, der auf der nördlich der Insel vorgelagerten kleineren Insel Seymour liegt, landeten, stiegen wir in einen Shuttle Bus ein, der uns zum Fährhafen von Seymour brachte. Die Fähre bzw. das Boot transportierte uns dann über die schmale Meerenge auf die Hauptinsel, auf Santa Cruz. Von dort geht es entweder per Bus (fährt erst ab, wenn es sich lohnt) oder Camioneta-Taxi (fährt sofort ab, sobald man einsteigt, ist dafür aber auch teurer) in die Inselstadt Puerto Ayora. Bereits beim Eintreffen in Puerto Ayora, der größten Stadt des Archipels, fällt auf, dass hier deutlich mehr Leben herrscht. Restaurants, kleine Geschäfte, Tauchschulen und Reisebüros prägen das Straßenbild. Dennoch verliert Puerto Ayora nie seinen typischen Galápagos-Charme und eignet sich hervorragend, um die Insel zu erkunden.
Unser erster Weg führte uns zur berühmten Charles Darwin Research Station, die wir jedem Besucher uneingeschränkt empfehlen können. Zwar ist für die eigentliche Führung ein lokaler Guide erforderlich, doch die investierte Zeit und das investierte Geld lohnt sich in jeder Hinsicht. Hier erfährt man nicht nur viel über die einzigartige Evolution der Galápagos-Inseln, sondern vor allem über die beeindruckenden Bemühungen zum Schutz der Galápagos-Riesenschildkröten. Besonders spannend fanden wir die Aufzuchtstation, in der Jungtiere nahezu aller Inselpopulationen heranwachsen, bevor sie später wieder ausgewildert werden. Außerdem befindet sich hier der präparierte "Lonesome George", die wohl berühmteste Riesenschildkröte der Welt und eines der beiden Wappentiere der Flagge der Galápagos-Inseln. Seine Geschichte macht eindrucksvoll deutlich, wie wichtig konsequenter Naturschutz auf den Inseln ist.
Nur wenige Gehminuten von der Forschungsstation entfernt liegen zwei kleine Strände. Mindestens einer davon eignet sich hervorragend zum Schnorcheln und bietet bereits einen schönen ersten Einblick in die Unterwasserwelt. Anschließend schlenderten wir entlang der Academy Bay, wo uns sofort auffiel, dass es hier deutlich weniger Seelöwen gibt als auf San Cristóbal. Dafür begegneten wir umso häufiger den urzeitlich wirkenden Meerechsen, die sich überall auf den schwarzen Lavasteinen sonnen. Ein echter Geheimtipp ist der beleuchtete Bootssteg am Abend. Das Licht zieht zahlreiche Fische an – und mit ihnen auch Riffhaie und andere Haiarten, die unter dem Steg ihre Kreise ziehen. Allein dieses Schauspiel machte den nächtlichen Spaziergang für uns bereits lohnenswert.
Am Ende der Hafenpromenade setzt ein kleines Panga-Taxi zur gegenüberliegenden Finch Bay über. Dort erreicht man nach wenigen Minuten den Playa de los Alemanes, einen schönen Badestrand mit feinem Sand. Zum Schnorcheln eignet er sich grundsätzlich ebenfalls, allerdings erschwert der aufgewirbelte Sand häufig die Sicht. Wenn sich das Wasser beruhigt, begegnet man dafür erstaunlich großen und farbenprächtigen Fischen.
Von dort führt ein ausgeschilderter, steiniger Weg weiter zu den berühmten Las Grietas. Der rund 80 Meter lange Felsspalt mit seinen bis zu 15 Meter hohen Lavawänden zählt zweifellos zu den eindrucksvollsten geologischen Sehenswürdigkeiten auf Santa Cruz. Das intensiv türkis schimmernde Wasser wirkt fast unwirklich. Inzwischen darf das Naturdenkmal nur noch gemeinsam mit einem lokalen Guide besucht werden, was dem Schutz dieses empfindlichen Gebietes dient. Unterwegs passiert man außerdem historische Salzbecken, aus denen früher Meersalz gewonnen wurde.
Ein weiterer Höhepunkt von Puerto Ayora ist die Wanderung zur Tortuga Bay. Vom Ortsrand führt ein etwa 3,5 Kilometer langer, hervorragend ausgebauter Weg mitten durch den Nationalpark bis zu einem der schönsten Strände der gesamten Galápagos-Inseln. Am Playa Brava erwartet einen fast schneeweißer, feiner Sand und eine beeindruckende Weite. Der offene Strandabschnitt ist aufgrund der starken Brandung hauptsächlich Surfern vorbehalten. Folgt man dem Strand jedoch weiter bis in die geschützte Bucht, wird das Wasser ruhig und kristallklar. Dort konnten wir herrlich baden und schnorcheln. Zwischen kleinen Haien, Meeresschildkröten und zahlreichen tropischen Fischen verging die Zeit wie im Flug. Wer möchte, kann hier außerdem Kajaks mieten und die Mangroven vom Wasser aus erkunden.
Auch abseits von Puerto Ayora lohnt sich eine individuelle Erkundung der Insel. Besonders begeistert hat uns El Garrapatero, das wir problemlos mit einer Camioneta oder einem Fahrrad erreichten. Der weitläufige Strand mit seiner ruhigen Bucht wirkt beinahe wie aus einem Bilderbuch. Obwohl sich der feine Sandboden kaum zum Schnorcheln eignet – die Sicht unter Wasser war bei unserem Besuch praktisch nicht vorhanden –, zählt El Garrapatero zu den schönsten Badeplätzen unserer Reise. Die wenigen Besucher, Picknickplätze und die Möglichkeit, Kajaks auszuleihen, sorgen für eine wunderbar entspannte Atmosphäre. Auf dem Weg dorthin passiert man außerdem den Aussichtspunkt Cerro Mesa, von dem sich ein Blick auf den riesigen Einsturzkrater El Gran Crater eröffnet. Die Aussicht ist schön, für uns jedoch kein absolutes Muss. Ebenfalls an der Strecke liegt der Bellavista-Tunnel, auch als Gallardo's Cave oder Tunel del Amor bekannt. Er gilt als einer der schönsten Lavatunnel der Insel, doch wir verzichteten darauf, da wir einen anderen Lavatunnel bereits auf einer späteren Tour besuchten.
Diese zweite selbst organisierte Tagestour entwickelte sich schließlich zu einem unserer persönlichen Höhepunkte auf Santa Cruz. Ähnlich wie bereits auf San Cristóbal kombinierten wir eine Camioneta mit geliehenen Fahrrädern. Nach der Fahrt zur Rancho Terramar ging es überwiegend bergab mit dem Fahrrad zurück nach Puerto Ayora. Anders als auf San Cristóbal benötigt man hierfür nur eine einzige Taxifahrt.
Die Rancho Terramar war für uns ein absoluter Geheimtipp. Während sich auf den bekannten Ranches El Chato oder Las Primicias zahlreiche Reisegruppen tummelten, genossen wir hier nahezu eine private Führung. Zwischen dichter Vegetation begegneten wir frei lebenden Galápagos-Riesenschildkröten in ihrer natürlichen Umgebung. Für Tierliebhaber ist dieses Erlebnis bereits unvergesslich – für mich als bekennenden Schildkrötenfan war es schlichtweg ein Traum. Anschließend erkundeten wir den rund 420 Meter langen Lavatunnel, der als einer der schönsten auf Santa Cruz gilt. Das Durchqueren dieser gewaltigen Lavaröhre vermittelte eindrucksvoll, welche gewaltigen vulkanischen Kräfte den Archipel einst entstehen ließen.
Rückblickend würden wir die Tour allerdings leicht verändern. Aus Unwissenheit ließen wir die berühmten Los Gemelos, zwei riesige Einsturzkrater vulkanischen Ursprungs, aus. Heute würden wir uns zunächst dorthin fahren lassen und erst anschließend mit den Fahrrädern Richtung Rancho Terramar starten. So hätten wir uns den äußerst anstrengenden Schlussanstieg erspart.
Wer lieber organisierte Ausflüge unternimmt, findet auf Santa Cruz nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Bootstouren werden zu fast allen bewohnten und vielen unbewohnten Inseln angeboten. Wir selbst entschieden uns für die Bahía-Tour, die sich als hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis erwies. Für lediglich rund 80 US-Dollar für zwei Personen erlebten wir einen abwechslungsreichen Tag.
Zunächst führte uns die Tour noch einmal zu den Las Grietas, bevor wir den Canal de Amor sowie den Canal de los Tiburones besuchten. Von oben konnten wir mehrere schlafende Weißspitzen-Riffhaie beobachten, die regungslos im flachen Wasser lagen. Anschließend führte ein kurzer Wanderweg zur felsigen Playa de los Perros, an der Baden zwar verboten ist, die jedoch hervorragende Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung bietet. Besonders glücklich schätzten wir uns, als wir beobachten konnten, wie Blaufußtölpel ihre Küken fütterten – ein unglaublich berührender Moment, den man wohl nicht bei jeder Tour erlebt. Auch Fregattvögel kreisten ständig über unseren Köpfen.
Den krönenden Abschluss bildete schließlich ein Schnorchelgang im Bereich des Canal de los Tiburones. Die Unterwasserwelt war schlicht überwältigend. Selten zuvor hatten wir eine derart farbenfrohe Vielfalt an Fischen erlebt. Das eigentliche Highlight wartete jedoch wenig später: Drei große, äußerst aktive Weißspitzen-Riffhaie schwammen direkt an uns vorbei. Obwohl diese Tiere für Menschen normalerweise ungefährlich sind, verspürten wir in diesem Moment durchaus Respekt und Ehrfurcht. Es war eines dieser Erlebnisse, die gleichzeitig faszinieren und den eigenen Platz in der Natur bewusst machen.
Eigentlich interessierten wir uns auch für die 180°-Tour mit einem Abstecher zur Insel Pinzón sowie für die Tour zur Isla Santa Fé. Nach mehreren Gesprächen mit Einheimischen und anderen Reisenden entschieden wir uns jedoch bewusst dagegen. Die schnellen Fahrten der kleinen Boote durch oft hohen Wellengang erschienen uns angesichts von Julias Schwangerschaft schlicht zu riskant. Rückblickend war diese Entscheidung für uns die richtige.
Santa Cruz ist für viele Reisende das touristische Zentrum der Galápagos-Inseln. Für uns war die Insel jedoch weit mehr als nur ein Ausgangspunkt für Ausflüge. Sie vereint beeindruckende Natur, spektakuläre Strände, faszinierende Schnorchelreviere, vulkanische Landschaften und einige der wichtigsten Naturschutzprojekte des gesamten Archipels. Gerade die Mischung aus eigenständigen Entdeckungstouren und sorgfältig ausgewählten Bootsausflügen machte Santa Cruz für uns zu einer der abwechslungsreichsten Inseln unserer Reise.
Unterkünfte
Isla Isabela
Wir freuen uns darauf, die Insel Isabela im August 2026 besuchen zu können. Dann werden wir ausführlich berichten.
Isla Floreana
Bisher hatten wir noch keine Möglichkeit die Insel Floreana zu besuchen, aber unser mehrjähriger Aufenthalt in Ecuador wird uns sicherlich noch eine Möglichkeit dazu eröffnen.

