Las Vegas
"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
(Johann Wolfgang von Goethe)
Nach dem dreizehnstündigen Flug übernachteten wir im schönen, aber charmant kitschigen Hotel Excalibur. Neben den reizvollen, aber auch teuren Shows sind die eigentlichen Attraktionen Las Vegas' die Hotels am weltberühmten Strip. Die Hotels entführen einen quer durch Europa und Disneys Welt, wie etwas das Venetian, in dessen Inneren Gondeln auf dem Wasser schaukeln und kleine gemütliche Lokale in den Gassen zum Einkaufen einladen. Das Caesars Palace beeindruckt mit weißen Adonis-Skulpturen und im Inneren des Wynn erblickt man Gänge voller Licht und Blüten. Beim Anblick des Paris Paris lassen sich gleich mehrere der berühmten Sehenswürdigkeiten des europäischen Vorbilds bewundern und vor dem Treasure Island wird das alte Piratenschiff jede Nacht zum Leben erweckt. Souvenirläden, Fast Food und natürlich die weltbekannten Kasinos locken an jeder Ecke. Statt auf die großen roten Knöpfe der Automaten zu drücken, futterten wir uns durch das gigantische Buffet unseres Hotels und bewunderten die glitzernde Welt inmitten der Wüste.
Ein besonders emotionaler Moment unserer Reise war der Sonnenuntergang in der Wüste Nevadas – auf dem Rücken zweier Pferde. In klassischer Cowboy-Manier ritten wir durch eine zerklüftete, rotgoldene Landschaft, während sich der Himmel in Orange und Violett färbte.
Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen von der Glitzerwelt – wir holten unseren kleinen "Wohni" bei American Cruiser ab und starteten unsere Tour durch den Südwesten der USA. Die Natur rief, und Vegas war nur der schillernde Auftakt einer Reise voller Abenteuer, Weite und Wildnis.
Las Vegas ist wie ein greller Traum – faszinierend, überzogen, manchmal anstrengend, aber in seiner Exzentrik auch einzigartig. Wer bereit ist, sich auf den Wahnsinn einzulassen, wird Momente erleben, die bleiben. Doch der wahre Zauber beginnt oft erst hinter den Stadtgrenzen – dort, wo Stille, Weite und Natur auf uns warteten.
Weitere Tipps für Individualreisende und Outdoor-Fans:
Wer der Stadt entfliehen will, sollte einen Ausflug in das nahegelegene Red Rock Canyon National Conservation Area einplanen. Nur 30 Minuten westlich vom Strip bietet sich hier ein ganz anderes Las Vegas: rote Sandsteinformationen, Kletterrouten und Wanderwege mit spektakulären Aussichten.
Auch das Valley of Fire, etwa eine Stunde nordöstlich gelegen, ist ein beeindruckendes Naturwunder – ideal für Wanderer, Fotografen und alle, die den Staub der Prärie spüren wollen.
Besonders kurios: In Downtown Vegas gibt es einen Ort namens Container Park, eine kreative Mischung aus Streetfood, Boutiquen und Live-Musik – alles in Schiffscontainern untergebracht. Weniger Schein, mehr Szene.
Für Geschichtsinteressierte ist das Mob Museum ein spannender Ort, der die Geschichte der Mafia in Las Vegas beleuchtet – authentisch, informativ und deutlich weniger überinszeniert als der Rest der Stadt.

