Natchez Trace Parkway

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Die Rückfahrt vom Great Smoky Mountains NP nach New Orleáns führte uns quer durch den Staat Mississippi. Sie ging entlang des legendären Natchez Trace Parkway. Diese historische Route erstreckt sich über 444 Meilen von Nashville, Tennessee, bis nach Natchez, Mississippi, und führte uns durch eine Landschaft, die nicht nur atemberaubend schön, sondern auch reich an Geschichte und Kuriositäten ist. Der Parkway, der einst von amerikanischen Ureinwohnern, Entdeckern und Händlern genutzt wurde, ist heute eine landschaftlich reizvolle Strecke, die tief in die Geschichte der USA eintaucht. Dabei erlebten wir den Übergang von den sanften Hügeln Tennessees hinunter in die Sümpfe und Wälder des tiefen Südens.

Der Natchez Trace Parkway ist eine von der National Park Service verwaltete Straße, die durch drei Staaten führt: Tennessee, Alabama und Mississippi. Die Straße ist eine der malerischsten und historisch bedeutendsten Routen in den USA, und es gibt keine kommerziellen Fahrzeuge, die den ruhigen Fluss des Verkehrs stören. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 Meilen pro Stunde, was uns genug Zeit ließ, die Landschaft zu genießen und bei den zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke anzuhalten.

Der Natchez Trace Parkway folgt einer alten Handelsroute, die schon von den amerikanischen Ureinwohnern genutzt wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert war der "Trace" ein wichtiger Handels- und Transportweg für Händler und Pioniere, die nach Natchez oder New Orleans reisten. Heute ist er ein Ort, an dem die Geschichte Amerikas auf die unberührte Natur trifft. Die Bedeutung des Natchez Trace als Handelsroute zeigt sich in den vielen historischen Stätten, die wir besuchten. Es gibt Gräber von Pionieren, Überreste alter Gasthäuser (sogenannte "stands") und sogar Spuren der originalen Pfade, die von unzähligen Füßen und Rädern gezeichnet wurden.

Die Landschaft entlang des Parkway ist vielfältig – von den hügeligen Wäldern Tennessees bis hin zu den sumpfigen Flusslandschaften Mississippis. Besonders beeindruckend waren die alten Eichen und Zypressen, die majestätisch an den Straßenrändern standen, sowie die weiten Wiesen und Felder, die uns das Gefühl gaben, in eine längst vergangene Zeit eingetaucht zu sein. 

Hier sind die für uns wichtigsten Stationen entlang des Natchez Trace Parkways:

  • Meriwether Lewis National Monument (Milepost 385.9): Unsere erste Station führte uns zum Meriwether Lewis National Monument, dem Grab des berühmten Entdeckers, der zusammen mit William Clark die legendäre Expedition in den Westen der USA leitete. Die Geschichte um seinen mysteriösen Tod im Jahr 1809 in einer abgelegenen Hütte ist faszinierend und traurig zugleich. Das Denkmal selbst ist schlicht, aber der historische Kontext lässt diesen Ort lebendig erscheinen. Hier erfuhren wir viel über das Leben und die Verdienste von Lewis, aber auch über die dunkleren Seiten seiner Geschichte.

  • Pharr Mounds (Milepost 286.7): Diese prähistorischen Erdhügel, die rund 2.000 Jahre alt sind, erinnerten uns an die lange Besiedlungsgeschichte der Region. Die Pharr Mounds bestehen aus acht Hügeln, die einst als Begräbnisstätten der Ureinwohner dienten. Obwohl die Mounds selbst heute unspektakulär erscheinen, ist es beeindruckend, sich vorzustellen, wie wichtig dieser Ort einst für die Menschen war, die hier lebten. Die stille Weite der Landschaft und die spärlichen Informationen, die über die Pharr Mounds bekannt sind, ließen uns über die vergessenen Kulturen und ihre Geheimnisse nachdenken.

  • Cypress Swamp (Milepost 122): Ein besonderes Highlight war der Spaziergang durch den Cypress Swamp. Hier tauchten wir in eine andere Welt ein – eine Welt aus knorrigen Zypressen, deren Wurzeln tief im brackigen Wasser verankert sind, und moosbewachsenen Bäumen, die sich über uns erhoben. Der schmale Holzsteg, der durch das Sumpfgebiet führt, ermöglichte es uns, tief in die unheimlich-schöne Atmosphäre einzutauchen. Die skurrilen Kniewurzeln der Zypressen, die wie kleine Türmchen aus dem Wasser ragen, verliehen dem Ort etwas Mystisches. Es war faszinierend, die Ruhe und das Leben in diesem einzigartigen Ökosystem zu beobachten.

  • Mount Locust Inn & Plantation (Milepost 15.5): Weiter südlich besuchten wir das Mount Locust Inn, eine der ältesten erhaltenen Gasthäuser entlang des Trace. Einst war dieser Ort ein wichtiger Halt für Reisende, die auf dem Trace unterwegs waren. Heute ist es ein restauriertes Gebäude, das uns einen Einblick in das Leben im frühen 19. Jahrhundert gab. Besonders interessant war, wie einfach die Ausstattung der Zimmer war – ein harter Kontrast zu den heutigen Vorstellungen von Komfort. Es ist kaum vorstellbar, wie mühsam und beschwerlich die Reisen damals gewesen sein müssen.

  • Natchez, Mississippi (Endpunkt des Parkway): Unsere Reise endete in der charmanten Stadt Natchez, die einst eine der reichsten Städte des Südens war. Natchez ist berühmt für seine prächtigen Antebellum-Villen, die die opulente Lebensweise der Südstaaten-Elite vor dem Bürgerkrieg widerspiegeln. Wir besuchten das Rosalie Mansion und das Longwood, das größte achteckige Haus der USA, das nie fertiggestellt wurde. Die Geschichte von Longwood, dessen Bau durch den Ausbruch des Bürgerkriegs unterbrochen wurde und seitdem unvollendet blieb, machte diesen Ort besonders faszinierend. Die unvollendeten Innenräume und die Geschichten der Menschen, die hier lebten, verliehen dem Haus eine melancholische, aber auch mystische Atmosphäre. 


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